artikelWie können Sie die Fettverdaulichkeit verbessern?

Neue Forschungsergebnisse von Marvesa zeigen, dass Lecifeed®Classic eine höhere Fettverdaulichkeit als Sojaöl aufweist. Lecifeed®Classic ist ein auf Lecithin basierendes Fettprodukt, das dabei hilft, die anderen Fettquellen im Futtermittel zu emulgieren. Dadurch wird die Fettverdauung des gesamten Fettanteils im Futtermittel verbessert.

Neue Forschungsergebnisse von Marvesa zeigen, dass Lecifeed®Classic eine höhere Fettverdaulichkeit als Sojaöl aufweist. Lecifeed®Classic ist ein auf Lecithin basierendes Fettprodukt, das dabei hilft, die anderen Fettquellen im Futtermittel zu emulgieren. Dadurch wird die Fettverdauung des gesamten Fettanteils im Futtermittel verbessert.

Lecithin
Lecithin ist eine fettähnliche Substanz, die aus u.a. Soja-, Raps- oder Sonnenblumenöl gewonnen werden kann. Nach der Entschleimung des Öls wird das Lecithin aus dem Schleim herausgelöst und gereinigt. Lecithin ist eine komplexe Mischung aus mindestens 60 % Phospholipiden sowie Triglyceriden, Phosphatidsäure, Cholin, Tocopherolen etc. Aufgrund der wichtigen Rolle der Phospholipide spielt Lecithin eine wichtige Rolle in verschiedenen Stoffwechselprozessen. Der Haupteffekt von Lecithin liegt in der Wirkung als Emulgator. Das bedeutet, dass Lecithin das Mischen von Fetten und Wasser ermöglicht. Lecithin spielt eine bedeutende Rolle bei der Spaltung und der Resorption von Fetten. Die Zugabe von Lecithin fördert den Abbau, die Resorption und die Verdauung von Fetten. Den Tieren steht mehr Energie zu Verfügung, wodurch die Leistungsfähigkeit der Tiere gesteigert wird.

Verdaulichkeit
Die Verdaulichkeit von Fetten oder Ölen hängt von mehreren Faktoren ab. Einer dieser Faktoren ist das Verhältnis von ungesättigten (unsaturated, U) zu gesättigten (saturated, S) Fettsäuren. Je höher das U/S-Verhältnis, desto höher ist im Allgemeinen die Verdaulichkeit der Fette. Tabelle 1 zeigt das U/S-Verhältnis verschiedener Fettprodukte.


Tabelle 1 U/S-Verhältnis mehrerer Öle und Fette

Das Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren sollte in der Futter-Rezeptur, aufgrund der Interaktion der unterschiedlichen Fettquellen, die die Gesamt-Fettverdaulichkeit im Futter beeinflussen, berücksichtigt werden. Fügt man zu einem Futter mit Palmöl oder Tierfett (mit einem niedrigen U/S Verhältnis) ein Fett oder Öl mit einem hohen U/S Verhältnis, wie z.B. Sojaöl oder Lecifeed®Classic zu, erhöht sich das U/S Verhältnis des Fettes im Futter und somit steigt auch die Fettverdaulichkeit von Palmöl oder Tierfett. Ein Futter mit einem sehr hohen Anteil an zugegebenem Fett ist für die Verdaulichkeit ungünstig. Auch die Länge der Fettsäureketten beeinflusst die Verdaulichkeit. So sind mittelkettige Fettsäuren mit einer Kettenlänge von 8 – 12 Kohlenstoffatomen besser verdaulich als langkettige Fettsäuren mit einer Kettenlänge von 14 Kohlenstoffatomen oder mehr. Weitere Faktoren mit Einfluss auf die Verdaulichkeit sind Tierart, Alter des Tieres und Darmgesundheit.

Verdaulichkeitsversuch
Lecifeed®Classic ist eine Wirkstoffkombination, hergestellt aus Sojalecithin und Fettsäuren. Lecifeed® verfügt über ein hohes Verhältnis gesättigter zu ungesättigten Fettsäuren (U/S-Verhältnis = 4,6) und ist somit äußerst gut verdaulich. Doch was heißt äußerst gut verdaulich? Um die Verdaulichkeit dieses Produkts zu verstehen, hat Marvesa zusammen mit Schothorst Feed Research in den Niederlanden einen Versuch zur Verdaulichkeit dieses Produktes durchgeführt. In diesem Versuch wurde der tatsächliche Verdaulichkeitskoeffizient unterschiedlicher Fettprodukte, vor allem von Sojaöl, Sojalecithin, Lecifeed® und Palmfettsäure-Destillat (PFAD), an Schweinen mit einem Körpergewicht zu Versuchsbeginn von 25 kg ermittelt. Außer der tatsächlichen Verdaulichkeit wurde auch die Emulgierwirkung bestimmt.

Ergebnisse – 7 % bessere Verdaulichkeit
Die Ergebnisse dieses Versuchs zeigen, dass die Verdaulichkeit von Lecifeed®Classic um 7 % höher liegt als die von Sojaöl. In Abbildung 1 ist die relative Verdaulichkeit im Vergleich zu Sojaöl dargestellt (Sojaöl wurde auf 100 % festgelegt).


Abbildung 1 Relative Verdaulichkeit von Sojaöl, PFAD, Sojalecithin, Lecifeed®Classic

Zur Ermittlung der „Emulgatorwirkung“ wurden in diesem Versuch zwei Behandlungen miteinander verglichen, und zwar Behandlung X mit Sojaöl, Rapsöl und PFAD und Behandlung Y mit Lecifeed® und PFAD. Die Gruppe mit Lecifeed® und PFAD wies eine um 0,75 % bessere Verdaulichkeit als die Gruppe mit Sojaöl, Rapsöl und PFAD auf.

Fazit
Die Ergebnisse von Lecifeed® in diesem Versuch, nämlich eine bessere Verdaulichkeit als Sojaöl und eine erwiesene „Emulgierwirkung“, bestätigen, dass Lecifeed® eine gute Fettquelle für Jungtiere und eine gute Alternative für Sojaöl ist.

Spezialisten

Anja Diekenhorst
-van der Sande

Nutrition & Application Manager

Anja ist bei Marvesa für Forschung & Entwicklung zuständig. Ihre Expertise liegt im Bereich der Gestaltung innovativer Produkte, die wissenschaftliche und praktische Kriterien vereinen. Gemeinsam mit Kunden sucht sie nach geeigneten individuellen Lösungen und entwickelt Produkte, die eine Wertschöpfung für die Tiere darstellen. Die richtige Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse ist dabei von großer Bedeutung. Ferner unterstützt Anja Kunden in Deutschland, Österreich, Skandinavien und den Baltischen Staaten mit ernährungstechnischen Empfehlungen.

Kontakt Anja Diekenhorst
-van der Sande durch +31(0)85-7609460 anja.diekenhorst@marvesa.com

Juli 12, 2017

Lecithin as a rich energy source with nutritional performance [English]

Lecithin may be produced from egg yolk, but more commonly used in aquafeed are soya and rape seed lecithin. It is well known that the phospholipids (PL) present in lecithin act as an emulsifier of lipids in the animal stomach and gut, but especially the nutritional benefits of lecithin is why fish nutritionists like to include it in fish and shrimp diets. Lecithin is widely used in feed for larval and juvenile stages of various species of fish and crustaceans, because those developing fish have a limited ability to the novo phospholipid synthesis.

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Auswirkung von mittelkettigen Fettsäuren auf das Futterumwandlungsverhältnis und Bakterienprofile im Darm von Masthähnchen

In unserer Branche wird viel über MCFAs oder MCT gesprochen. MCFA steht für „medium-chain fatty acids“, dt. mittelkettige Fettsäuren, d. h. Fettsäuren mit einer Kettenlänge von 6, 8, 10 oder 12 Kohlenstoffatomen. Es geht daher konkret um C6-Fettsäuren, C8-Fettsäuren, C10-Fettsäuren bzw. C12-Fettsäuren. Diese mittelkettigen Fettsäuren sind nicht an Glycerin gebunden, sondern liegen als freie Fettsäuren (FFA) vor. MCT steht für „medium chain triglyceride“, dt. mittelkettiges Triglycerin, also ein Öl (mitunter auch als MCT-Fett bezeichnet), zum Beispiel Palmkernöl.

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