ArtikelAuswirkung von mittelkettigen Fettsäuren

auf das Futterumwandlungsverhältnis und Bakterienprofile im Darm von Masthähnchen

In unserer Branche wird viel über MCFAs oder MCT gesprochen. MCFA steht für „medium-chain fatty acids“, dt. mittelkettige Fettsäuren, d. h. Fettsäuren mit einer Kettenlänge von 6, 8, 10 oder 12 Kohlenstoffatomen. Es geht daher konkret um C6-Fettsäuren, C8-Fettsäuren, C10-Fettsäuren bzw. C12-Fettsäuren. Diese mittelkettigen Fettsäuren sind nicht an Glycerin gebunden, sondern liegen als freie Fettsäuren (FFA) vor. MCT steht für „medium chain triglyceride“, dt. mittelkettiges Triglycerin, also ein Öl (mitunter auch als MCT-Fett bezeichnet), zum Beispiel Palmkernöl. Palmkernöl hat einen hohen Gehalt an C12-Triglyceriden. MCFAs haben starke antibakterielle Eigenschaften. Produkte mit hohem Gehalt an C8, C10 oder C12 sind wegen ihrer antibakteriellen Wirkung in der Futtermittelindustrie von großem Interesse. C8- und C10-Fettsäuren haben starke antibakterielle Wirkung auf gramnegative Bakterien wie E. coli und Salmonella, C12-Fettsäuren dagegen auf grampositive Bakterien wie Streptococcus und Clostridia. Solche Produkte wirken sich günstig auf die Darmgesundheit von Tieren aus und haben eine positive Wirkung auf die technische Leistung. Mittelkettige Fettsäuren sind am besten geeignet für Schweine, Geflügel und Kälber. Marvesa verfügt über ein Produktsortiment mit der Bezeichnung „PhytoLipoGenics® range“ mit unterschiedlichen Kombinationen von MCFAs.

Wirkungsweise
MCFAs können auf unterschiedliche Weise wirken. Sie scheinen hauptsächlich auf die bakterielle Zellmembran und die verschiedenen essenziellen Prozesse einzuwirken, die in und an der Membran stattfinden. MCFAs können die Bakterienzellwand durchlässig machen und in hoher Konzentration sogar auflösen. Durch Einflussnahme auf die Elektronentransportkette und durch Hemmung der oxidativen Phosphorylierung können sie die Energieerzeugung von Zellen beeinträchtigen. Zelllyse, Hemmung der Aktivität von Enzymen oder Verringerung der Nährstoffaufnahme können wiederum weitere Prozesse verursachen, die schließlich zur Hemmung des Wachstums oder zum Absterben von Bakterien führen.

Verbesserung des Futterumwandlungsverhältnisses
Marvesa hat kürzlich einen Versuch zu verschiedenen Marvesa PhytoLipoGenics® Produkten bei 1680 Ross308 Masthähnchen abgeschlossen. Die Vögel erhielten ein nichtviskoses oder ein viskoses Futter. Der Versuch dauerte von Tag 0 bis Tag 38. Die Fütterung der Tiere mit MCFAs erfolgte von Tag 7 bis Tag 28. Diese Abbildung zeigt eine Verbesserung des Futterumwandlungsverhältnisses um bis zu 3,9 % in den Vital-Gruppen bei Fütterung des viskosen Futters im Vergleich zum nichtviskosen Futter.

Bakterienprofile
Die Veränderung der mikrobiellen Zusammensetzung im Magendarmtrakt, insbesondere im Krummdarm, ist von zentraler Bedeutung, da diese in hohem Maß die Darmfunktion und die Nährstoffnutzung beeinflusst. Der Verdauungsbrei im Krummdarm enthält 108 und 109 Bakterien je Gramm. Die Futterzusammensetzung hat großen Einfluss auf die Bakterienpopulation im Krummdarm, da sie sich auf die Substratverfügbarkeit und die Zusammensetzung der Bakterienarten im distalen Magendarmtrakt auswirkt. Abbildung 1 zeigt die Anzahl der Bakterien im Krummdarm. Lactobacillus spp hat die höchste Konzentration (70 %) im Krummdarm.


Abbildung 1 Bakterien im Krummdarm

Laktobakterien können Gallensalze aufspalten, wodurch Emulgierung, Verdauung und Absorption reduziert werden, sodass eine höhere Menge an Substrat im distalen Teil des Krummdarms verbleibt, was günstige Voraussetzungen für das Bakterienwachstum schafft. Die Folge sind eine Dysbiose und Produktivitätsverlust. Das bedeutet, dass eine hohe Zahl an Laktobakterien die Leistung der Vögel negativ beeinflussen kann.

Reduzierung von Laktobakterien
In diesem Versuch werden die Gesamtzahl an Bakterien, zwei verschiedene Laktobakterien-Gruppen und außerdem Lactobacillus acidophilus gemessen. Bei Fütterung von PhytoLipoGenics®Vital Plus, PhytoLipoGenics®Vital SP und PhytoLipoGenics®Vital Pro war die Zahl der Gesamtbakterien signifikant niedriger und die Zahl von Lactobacillus acidophilus niedriger..

Fazit
Die Produkte von Marvesa PhytoLipoGenics®Vital sind wirksame Produkte in Bezug auf das Futterumwandlungsverhältnis, das sie um bis zu 3,9 % verbessern. Die Wirkungsweise von MCFAs kann unterschiedlich sein, aber dieser Versuch hat gezeigt, dass Marvesa PhytoLipoGenics® Produkte zu einer geringeren Bakterienanzahl und weniger Laktobakterien im Krummdarm von Masthähnchen führen. Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Futtermitteleffizienz und der Laktobakterienlast im Krummdarm.

Weitere Informationen
Interessieren Sie sich für die vollständigen Details und Ergebnisse dieses Versuchs? Bitte setzen Sie sich mit Anja Diekenhorst, anja.diekenhorst@marvesa.com, in Verbindung.

Spezialisten

Anja Diekenhorst
-van der Sande

Nutrition & Application Manager

Anja ist bei Marvesa für Forschung & Entwicklung zuständig. Ihre Expertise liegt im Bereich der Gestaltung innovativer Produkte, die wissenschaftliche und praktische Kriterien vereinen. Gemeinsam mit Kunden sucht sie nach geeigneten individuellen Lösungen und entwickelt Produkte, die eine Wertschöpfung für die Tiere darstellen. Die richtige Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse ist dabei von großer Bedeutung. Ferner unterstützt Anja Kunden in Deutschland, Österreich, Skandinavien und den Baltischen Staaten mit ernährungstechnischen Empfehlungen.

Kontakt Anja Diekenhorst
-van der Sande durch +31(0)85-7609460 anja.diekenhorst@marvesa.com

Juli 12, 2017

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